Familienwochenende in Rosenthal

Nach einer schönen Fahrt kommen wir in dem reizvollen Ort Rosenthal in der Sächsischen Schweiz an. Hier, in dem Rüstzeitheim, veranstaltet Frau Köckert vom 05.-07.07.2013 für die Kirchgemeinde Oelsa-Seifersdorf eine Wochenend-Rüstzeit für Familien. Die Zeit steht unter dem Thema: „Beziehungen zwischen Geschwistern“. Für die Gestaltung des Starts am ersten Abend hat Frau Köckert die Mitarbeiterinnen der Familienberatung der Diakonie um Mitarbeit gebeten. Nun sind wir angekommen, Frau Krenzke von der Erziehungsberatung und Frau Werner von der Schwangerenberatung.

Wunderschön bettet sich das neu umgebaute Haus in die hügelige Landschaft ein. Langsam reisen die Familien mit ihren Kindern an. Alle sind gespannt, was sie an diesem Wochenende erwartet.

Wir beginnen mit dem Abendbrot, bei dem die Gelegenheit besteht, schon mal Kontakt zu knüpfen und erste Gespräche miteinander zu führen.

Nachdem alle Koffer verstaut, die Zimmer bezogen und die Kinder mit einem speziellen Programm versorgt sind, treffen sich die Eltern im Gruppenraum.

Nach der gegenseitigen Vorstellung steigen wir in das Thema ein. Wir wollen langsam den Blick auf „Geschwister“ weiten und die TeilnehmerInnen verlocken, sich nach einer arbeitsreichen Woche und dem Anreisetrubel eigenen Erfahrungen zuzuwenden.

Beim ersten Spiel stellen sich die Gäste in eine der 4 Ecken des Raumes, je nachdem, wie sie die kommenden Fragen beantworten. Es wird z.B. gefragt, ob sie zu Hause ein, zwei, drei oder mehrere Kinder waren. Oder ob sie jetzt ein, zwei, drei oder mehrere Kinder haben. Auf diese Weise erfahren wir alle mehr von der Lebenssituation der Gruppe. Beim Innehalten und Nachsinnen, wie es als Kind war, werden Erinnerungen lebendig.

Bei der folgenden Gruppenarbeit sind die TeilnehmerInnen aufgefordert, Vor- und Nachteile der verschiedenen Geschwisterrollen zusammenzutragen, die sich ergeben, wenn man als Einzelkind lebt, wenn zwei oder drei Kinder miteinander leben.

Beim Bericht in der großen Runde werden erstaunlich viele Erfahrungen benannt und es wird deutlich, wie stark die Entwicklung eines Kindes von dem Platz abhängig ist, den es in der Familie hat. So übernehmen die „Großen“ z.B. sehr viel Verantwortung und nehmen die elterlichen Regeln sehr ernst. Das Jüngste ist oft das Nesthäkchen, das viele Freiheiten genießt und sich viel aufmüpfiger verhält, als die anderen Kinder. Und das mittlere Kind kommt oft zu kurz, weil die Eltern den Schwerpunkt unwissentlich auf die anderen Kinder legen.

Es wird deutlich, dass Geschwisterkinder sich sehr unterschiedlich entwickeln und es ist wichtig, dass sich die Eltern auf diese Unterschiede einlassen. Ein Blick auf die besondere Situation jedes Kindes bietet die Chance zu einer Erziehungshaltung, die jedes Kind wertschätzend und gerecht im Blick behält. Auseinandersetzungen unter Geschwistern stärken die Persönlichkeit und sind eine gute Grundlage für das spätere Leben, Konflikte mit anderen gut zu lösen. Nachdem wir uns ausgiebig ausgetauscht haben, kommt der kommende Tag in den Blick.

Frau Köckert stellt zwei Bibelarbeiten in Aussicht, die das Thema weiterführen werden: „Kain und Abel“ und „Der verlorene Sohn“. Außerdem soll das schöne Wetter für eine Wanderung und gemeinsame Zeit mit den Kindern genutzt werden.

Nach diesem interessanten Einstieg wäre ich gern auch bei dem weiteren Programm dabei. Schade, aber unsere Aufgabe ist bereits beendet. Auf der Heimfahrt schwingen unsere Gedanken noch nach. Wir stellen fest, dass es nicht immer leicht ist, sich mit Geschwistern auseinander zu setzen, aber dass es auch ein Reichtum ist, Geschwister zu haben.

Beitrag: Christine Werner – Familienberatung