Unterwegs mit dem Kajak

Grillen

In diesem Jahr sollte unsere Ferienfahrt des Kinder- und Jugendheimes einmal nicht in der Gesamtgruppe stattfinden. Die Alters- und Interessensunterschiede sind momentan zu differenziert. Somit haben unsere drei größeren Jungen als Kleingruppe ihre eigene Fahrt geplant, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Letztendlich fanden wir aber für alle ein ansprechendes und erlebnisreiches Angebot. Die Mecklenburgische Seenplatte, via Kanu.
Am Montagmorgen, die Jüngeren waren bereits unterwegs, machten sich nun auch die Großen ganz gemächlich auf die Reise. Nach einer sechsstündigen Autofahrt erreichten wir unser Ziel. Der Campingplatz an der Diemitzer Schleuse, am Rande des Labussees. Wir schlugen unsere Zelte auf, rollten unsere Isomatten und Schlafsäcke aus und feierten den Beginn der Fahrt mit einem Grillabend in gemütlicher Runde. Über eine Flusswanderkarte verdeutlichten wir uns, welche Route wir in den kommenden Tagen nehmen könnten. Wir würden schon bald herausfinden, dass unsere Spekulationen doch recht überheblich ausfielen.

Kentertraining KajakNach einer angenehmen Nacht unter Sternenhimmel sollte es dann jedoch endlich losgehen. Wir packten unsere Sachen voller Ungeduld und bestmöglich (wasserdicht) ein und stiefelten zum Bootsverleih nebenan. Ein Kanadier mit Stechpaddeln, ein 2er-Kajak und ein 1er-Kajak mit Doppelpaddel warteten dort auf uns. Nach einer kurzen Einweisung „setzten wir Segel“ und genossen die ersten Eindrücke, bei exzellentem Wetter, sehr.

Um unsere Jungs auf den Ernstfall vorzubereiten und um etwas Aktion einzubringen, stand bald ein Kentertraining auf dem Plan. Jeder musste sich in das Kajak, welches wir zuvor entladen hatten, setzen und absichtlich umkippen. Unter Wasser mussten wir uns dann allein aus dem Boot befreien und auftauchen. Dies sorgte für viel Aufregung und Spaß. Zudem schaffte jeder die Probe auf Anhieb.

Zu Fuß mit dem KajakJetzt konnte uns nichts mehr aufhalten. Auch Schleusen, Regen und Wind waren kein Problem und wir bewältigten jedes Hinderniss. Und wenn es mal zu Fuß weiter gehen sollte, packten wir auch dies.

Als es dann weiter ging verpassten wir die richtige Ausfahrt und paddelten bis Mirow und wunderten uns über die große Schleuse dort. Vom Einheimischen erfuhren wir, wo wir fälschlicherweise hingepaddelt sind und unser „Kartenleser“ wurde umgehend seiner Aufgabe enthoben. Über mehrere Seen, kleinere Flüsse und Kanäle ging es über vier Tage bis zurück an unser ursprüngliches Camp. Von Wasserschlachten, baden gehen direkt vom Kanu ins Wasser, nächtlicher Pfannkuchenorgie und dem allmählich immer nerviger werdendem auf- und abbauen der Campingausrüstung geprägten Woche, waren wir dennoch froh, wieder aus den Kanus herauszukommen. Außerdem setzte uns das Paddeln mittlerweile ganz schön zu. Die gesamte Paddeltour erstreckte sich auf etwas über 70km. Daher sollte der letzte Tag auch ein „Chilltag“ werden. Wir fuhren uns alle noch leckere Dinge aus dem Supermarkt kaufen. Die vorangegangenen Tage waren doch etwas entbehrungsreich und wir wollten endlich mal wieder schlemmen. Somit verbrachten wir den Tag mit faulenzen, essen und kleineren, sportlichen Aktivitäten.Labussee

Am nächsten Tag ging es frühzeitig los. Alle waren morgens fit und begierig auf den Luxus eines Sofas mit dem dazugehörigen Fernsehgerät. Ohne viel herumzutrödeln machten wir uns dann zufrieden und erholt auf den Heimweg in die Wohngruppe. Eine schöne und sicher unvergessliche Zeit ließen wir hinter uns und sehen dem nächsten Sommer mit Spannung entgegen.

Beitrag: Bertram Kuban und Jan Schlingensiepen