„Frauenkram“ in den Wichernwerkstätten

Schwangerenberatung 1„Eins muss man euch lassen, ihr denkt euch immer etwas aus, wenn ihr zu uns kommt“. So die junge Frau, eine Teilnehmerin der Gruppe „Frauenkram“ in den Wichern-Werkstätten Freital. Seit Januar 2017 gestalten die Mitarbeiterinnen der Familienberatungsstelle, Ulrike Rosinski und Anne Küttler eine monatlich stattfindende Frauengruppe in den Wichern-Werkstätten der Stadtmission Dresden. Acht bis zehn Frauen mit Behinderungen treffen sich seitdem regelmäßig und arbeiten zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sexualität. Außerdem gibt es einen vertrauten Rahmen persönliche Themen anzusprechen und mögliche Lösungen zu entwickeln. Dem vorausgegangen war der von den Werkstätten formulierte Bedarf an einem entsprechenden Angebot. Häufig sind v.a. Frauen mit Behinderungen im privaten Kontext und am Arbeitsplatz mit verschiedenen Arten von Benachteiligungen, Bevormundungen  oder gar Gewalt konfrontiert. Aufgrund der bestehenden körperlichen, psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen stellen dann die Zugänge zu den bestehenden Hilfsangeboten große Hürden dar und werden von den betreffenden Frauen nur selten aufgesucht. So entstand die Idee mit der Gruppe „Frauenkram“ ein Angebot zu schaffen, dass zum einen Raum gibt für persönliche Themen sowie offen macht für bestehende Angebote im Lebens- und Arbeitsumfeld der Teilnehmerinnen.

Zu folgenden Themen wurde gearbeitet:

Meine Rolle als Frau in …

  • Beruf
  • Partnerschaft
  • Familie

Hier wurde mit den Frauen erarbeitet welche Rollen sie in ihrem Leben ausüben, in welchen Rollen sie sich wohl fühlen, welche eher belastend sind. Dazu baute sich jede Frau ihr Lebenshaus in dem sie sich und ihre aktuelle Situation verortete.

Ein weiterer groSchwangerenberatung 2ßer Bereich war die Arbeit zu Sexualität und Partnerschaft. Hier wurde mit den Frauen differenziert, was zu einer Partnerschaft gehört, was einen echten „Traumann“ ausmacht und letztendlich der Umgang mit dem eigenen Körper. Hier wurde mit den Frauen zum weiblichen Zyklus, Verhütungsmethoden und Schwangerschaft gearbeitet. Ein Highlight war die Herstellung einer eigenen kleinen Tasche für Hygieneartikel und Verhütungsmittel des täglichen Bedarfs.

Ein weiteres sehr emotional diskutiertes und aktuelles Thema war der Umgang mit sexueller Gewalt. Hier wurde in dem gewachsenen vertrauten Rahmen an Fallbeispielen gearbeitet und eigene Erlebnisse eingebracht und reflektiert. Der von der Arbeitsgemeinschaft „Hilfen für behinderte Menschen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“ herausgegebene Flyer „Was tun bei sexueller Gewalt“  stellte dabei eine sehr hilfreiche Handreichung dar.

So fanden über das Projekt „Frauenkram“ mindestens zwei Frauen den Einstieg in das Beratungsangebot der Familienberatungsstelle der Diakonie. Aufgrund der sehr positiven Rückmeldungen und der Formulierung weiteren Bedarfs seitens der WfbM, wird die Frauengruppe im Jahr 2018 fortgesetzt. Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit mit den Wichernwerkstätten der Stadtmission Dresden sowie für die finanzielle Förderung geschlechtsspezifischer Angebote des Diakonischen Amtes Sachsen.