Krippe am Seniorenheim fertig

Als Container geplant, stand die Einrichtung anfangs in der Kritik. Doch der Flachbau überrascht.

Außenansicht - Kinderkrippe „Am Windberg”Das soll ein Container sein? Ungläubig schaut der Besucher zum Krippenneubau auf dem Gelände des Bodelschwingh-Heimes an der Leßkestraße in Freital hinüber, der schon von Weitem orange leuchtet und sich optisch ansprechend präsentiert.

Dem Containerbau wurde vom Freitaler Stadtrat Anfang Mai grünes Licht gegeben, um kurzfristig das Kapazitätsproblem in der Stadt anzugehen. Die Skepsis bei einigen Räten war zuvor groß, denn schließlich sollte der Bau knapp eine Million Euro kosten. Zu viel für einen Containerbau, sagten einige Gremiummitglieder im Vorfeld, zumal die Stadt auch für die Betreibung durch die Diakonie Dipoldiswalde in den kommenden Jahren weiter kräftig zahlen wird. Der Beschluss wurde trotzdem gefasst.

Gruppenzimmer - Kinderkrippe „Am Windberg”Wer gestern bei der offiziellen Übergabe dabei war, dürfte einigermaßen überrascht gewesen sein vom Neubau. In Rekordzeit von acht Wochen wurde der, organisiert vom gut funktionierenden Planungsteam TGA Consult, hochgezogen. Am 26.Juli war Spatenstich, am 21. September Abnahme. Auf 400 Quadratmetern Nutzfläche ist eine moderne Einrichtung für 39 Krippenkinder entstanden, die alle Anforderungen an eine Krippe erfüllt. Zukünftig sollen hier von sechs bis sieben Erzieherinnen drei Gruppen betreut werden, von denen jede Gruppe ein eigenes Zimmer hat und sich zwei Garderoben sowie zwei Schlafräume teilt. Dazu kommen Sanitär-, Wirtschafts- und ein Abstellraum für Kinderwagen.

Theoretisch sei es sogar möglich, bei Bedarf eine weitere Etage – eventuell für einen Kindergarten – auf den Flachbau draufzusetzen, erklärt Krippenleiter Marcus Schettler, der auch für die Heilpädagogische Fördertagesstätte auf der Saalhausener Straße verantwortlich ist.

Schlafraum - Kinderkrippe „Am Windberg”Im Außengelände gibt es auf dem grünen Rasen noch einen Spielplatz mit großem Sandkasten. Neben den neu angelegten Wegen wurden auch fünf Kurzzeitparkplätze eingerichtet. Freitals OB Klaus Mättig (CDU) zeigt sich zufrieden: „Das ist unser Standortbekenntnis, dass in Freital Alt und Jung zusammenleben.“ Das Einbinden der benachbarten Senioren in das Krippenkonzept ist zwar noch Zukunftsmusik, aber Christoph Stolte vom Vorstand der Diakonie Dresden, die das Altenheim betreibt, freut sich, „dass wir jetzt eine Kindertagesstätte auf dem Gelände haben. Denn die Generationen gehören zusammen.“

Das erste Kind war gestern schon da, in den nächsten Wochen sollen weitere folgen. Marcus Schettler geht davon aus, dass die Krippe im Februar mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren voll ist. Sie ist täglich von 6 bis 17 Uhr offen.

Quelle Text: Sächsische Zeitung vom 16.10.2012 (von Lars Kühl)