Neues Weiterbildungskonzept in der Interdisziplinären Frühförderstelle

Weiterbildung FrühförderstelleIn den letzten zwei Jahren wurde in unserer Interdisziplinären Frühförderstelle, in der entwicklungsverzögerte und/oder behinderte Kinder gefördert und therapiert werden, ein neues Weiterbildungsprojekt durchgeführt, um die Kompetenzen und die Fachlichkeit der einzelnen Mitarbeiter zu erweitern. Das Besondere an dieser Art von Weiterbildung – mit dem anspruchsvollen Titel „INTERAKTIVES INHOUSE – SEMINAR: VON EDUKATION ÜBER COACHING BIS INTERVISION“ – bestand in der Verknüpfung von Seminar, Supervision und erlebter Praxis. Sie werden sich sicher fragen, wie wir auf so ein Projekt gekommen sind, was sich dahinter verbirgt und welchen Nutzen es für die praktische Arbeit mit den Kindern und Familien brachte.

Bereits in unserer bisherigen Arbeit erlebten wir den fachlichen Austausch zwischen den einzelnen Mitarbeitern der Frühförderstelle, die aus den unterschiedlichen Professionen der Pädagogik, Psychologie und Therapie stammen, immer schon als sehr bereichernd und gewinnbringend. Genauso nahmen wir externe Supervisionen und Weiterbildungen wahr, um die fachliche Kompetenz zu vervollkommnen. Die Idee, diese beiden Anteile ineinanderfließen zu lassen, konnten wir in dem interaktiven Inhouse-Seminar umsetzen. Es gingen in der Inhouse-Schulung nicht nur das Wissen und die Problemlösungsansätze des jeweiligen Weiterbildungsreferenten ein, sondern es wurden auch die spezifischen Kenntnisse der einzelnen Mitarbeiter der Frühförderung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und diskutiert. Als weiteres neues Element wurden in der Inhouseschulung Therapie-situationen live oder anhand von Videoaufzeich­nungen vom jeweiligen Referenten gecoacht.

Der Nutzen der Fortbildung spiegelt sich auf drei verschiedenen Ebenen wider. Die Förderung/Therapie zur Verbesserung der Fertigkeiten und Kompetenzen des Kindes wurde bereichert, die Begleitung und Unterstützung der Eltern gestärkt und deren Teilhabe am Leben in der Gesellschaft angebahnt und erleichtert. Die Mitarbeiter wurden in ihrer Kompetenz befähigt, kommuni­kative und interaktionelle Fertigkeiten der Kinder optimaler zu gestalten, interaktionshem­mende Verhaltensmuster abzubauen und Defizite zu kompensieren. Grundprinzipien, Konzepte und Handlungsweisen im Umgang mit den Bezugspersonen erfuhren neue Impulse, das Einfühlungsvermögen der Mitarbeiter wurde geschult und entwicklungsfördernde Faktoren zur Stärkung und Unterstützung der „Kleinökologie der Familie“ konnten etabliert werden.

Die von unserer Frühförderstelle betreuten Kinder sollen durch die pädagogische Therapie und psychologische För­derung optimale Ausgangsbedingungen erlangen, um ihren späteren Lebensweg weitgehend selbstverantwortlich und selbstbestimmt in der Gesellschaft führen zu können. In keinem anderen Lebensabschnitt bewirken die therapeutischen, pädagogischen und psychologischen Interven­tionen so viel wie im frühen Kindesalter. Eine Vernachlässigung der Förderung in diesem Lebensalter sowie das Unterlassen der Beratung der Angehörigen würden sich negativ im gesamten Leben auswirken und die gesellschaftliche Inklusion der Familien hemmen.

Beitrag: Claudia Beck – Leiterin der Frühförderstelle