„… und das soll schon Sucht sein?!“

Suchtprävention bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden

Haus- und Straßensammlung der Ev.-Luth. Landeskirche für die Diakonie
vom 03. Mai bis 12. Mai 2013

Der Beginn einer Sucht hat viele Gesichter. Sucht entsteht auch nicht „von heute auf morgen”. Meist hat sie eine lange Vorgeschichte und beginnt mit einem regelmäßigen Ausweichen vor unangenehmen Situationen oder Stimmungen. Deshalb konzentriert sich Suchtvorbeugung auf die Ursachen und Warnzeichen und nicht auf die „Droge”.

Neben den bekannten stoffgebundenen Süchten wie Alkohol-, Nikotin- oder Crystal- und Heroinsucht gibt es auch verhaltensgebundene Süchte wie Computerspielen, Einkaufen, Ess- oder Magersucht. Auch ohne Drogen kann man süchtig werden und diese Süchte nehmen zu.

Die psychischen und körperlichen Auswirkungen der einzelnen Suchterkrankungen sind unterschiedlich. Allen gemeinsam ist jedoch die Unfähigkeit, sich frei und selbstbestimmt zu verhalten. Die Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zu Gunsten der Droge und ein fortschreitendes „Herausfallen“ aus familiären, schulischen oder beruflichen Bezügen sind die Folgen.

„Game over – so in etwa könnte ich mein bisheriges Leben mit der Sucht überschreiben“, fasst der knapp 20jährige Udo K. seine Computerspielsucht zusammen. Sie hat ihn alles gekostet – den Schulabschluß, die Ausbildung zum Koch. „Es folgte die Arbeitslosigkeit. Ich fiel in ein schwarzes Loch, wollte mir sogar das Leben nehmen. Das Spielverhalten: Täglich mehr als 17 Stunden bis zur kompletten Erschöpfung.“ Dabei hätte es soweit gar nicht kommen müssen. Schon in der 8. Klasse wurde Udo in eine Therapie geschickt. Aber dort wurde das eigentliche Problem nicht angegangen. „Aufgrund großer familiärer Schwierigkeiten und Mobbings in der Schule bekam ich die Diagnose Depression. Dabei habe ich gerade in dieser Zeit eine totale Abhängigkeit in die Flucht in das Computerspiel entwickelt“, sagt Udo rückblickend.

Die Zahl der Jugendlichen und Heranwachsenden, die aufgrund einer Suchterkrankung eine diakonische Beratungsstelle aufsuchen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. In der Altersgruppe der 20-24jährigen waren es ebenfalls weit mehr als das Doppelte und bei den 25- bis 29jährigen sogar fast das Dreifache.

Fachliche Erkenntnisse belegen, dass eine gezielte und frühe Suchtprävention eine spätere Abhängigkeit tatsächlich verhindern kann. Doch für Angebote der Suchtprävention bleibt unseren Beratungsstellen keine oder zu wenig Kapazität. Aus diesem Grund sollen die Mittel der Frühjahrs-Straßensammlung dazu beitragen, das dringend notwendige Angebot der Prävention wieder zu verbessern.

Diese präventive Angebote für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 25 Jahren können in allen Einrichtungen der Suchthilfe (Beratungsstellen, stationäre Einrichtungen wie Wohnstätten für chronisch mehrfach Abhängige, Rehabilitationskliniken und Selbsthilfe) angesiedelt sein. Eine Zusammenarbeit mit Kirchgemeinden, der Ev. Jugend und mit Ev. Schulen bzw. Schulträgern streben wir dabei an.

Bitte unterstützen Sie diese wichtige Arbeit mit Ihrer Spende – damit Kinder und jungen Menschen der Umweg in eine zerstörende Sucht erspart bleibt!

Spendenkonto:

Konto:16 00300 012
BLZ: 350 601 90
Bank für Kirche und Diakonie – LKG Sachsen
Kennwort: Sucht

Vielen Dank!

Ihr Christan Schönfeld
Oberkirchenrat
Vorstandsvorsitzender “ Diakonie Sachsen

Spendenflyer Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen

Quelle: Diakonie Sachsen