Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern“

„Blicke nicht nach allem, was dem Menschen verloren ist, sondern danach, was ihm noch verbleibt!” Johann Wolfgang von Goethe

Altenpflegeheim "Johann Hinrich Wichern"Die Gemeinnützige Seniorenwohn- und Pflegegesellschaft des Diakonischen Werkes Dippoldiswalde mbH hat 1998 ein Haus eröffnet, wo 62 alte Menschen umsorgt und geborgen ihren Lebensabend verbringen können. Die Individualität eines jeden einzelnen Bewohners wird hier im besonderen Maße geachtet. So kann jeder Bewohner eigene Möbel mitbringen und gemeinsam mit den Angehörigen das Zimmer nach eigenen Vorstellungen gestalten.

Schon im Vorfeld ist es den Mitarbeitern wichtig, etwas von der Atmosphäre des Hauses zu vermitteln, den älteren Menschen Angst zu nehmen und die Angehörigen vom moralischen Druck zu befreien. Bei der Ankunft des neuen Bewohners soll ihn das Gefühl begleiten „Hier bin ich willkommen“.


Pflegerisches Konzept


Pflege wird in unserem Altenpflegeheim verstanden als Unterstützung bei der Bewältigung von Einschränkungen und Hilfe bei der Bewahrung oder Wiedererlangung von Fähigkeiten. „Geplante Pflege“ erfolgt unter aktiver Einbeziehung der zu Pflegenden, deren Angehörigen und Freunden, sowie in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit allen an der Pflege beteiligten Diensten.

Pflegebedürftigkeit muss kein unveränderbarer Zustand sein. Vielmehr ist Pflegebedürftigkeit ein Prozess, der durch präventive, therapeutische, sowie rehabilitative Maßnahmen und durch aktivierende Pflege beeinflussbar ist. Aktivierende Pflege bedeutet neben der Förderung von Selbstständigkeit, Aktivierung der vorhandenen Ressourcen und Vermittlung des Gefühls der Begleitung. Sie beinhaltet die Anleitung, Beratung, Begleitung und Unterstützung bei der Bewältigung der Verrichtungen des Alltags im Rahmen der individuellen Möglichkeiten.

Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern”Die Bewohner erhalten Unterstützung bei einer verantwortlichen Lebensgestaltung. Hilfe zur Selbsthilfe gibt Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl und Selbstachtung zurück – es werden soziale, psychische und körperliche Defizite vermindert oder vermieden.

Das Erreichen einer weitgehenden Unabhängigkeit von den Pflegenden ist ein wesentliches Ziel, um ein möglichst selbstbestimmtes Leben auch im Altenpflegeheim zu erhalten.

Hauswirtschaftliche Betreuung


Ausgehend von dem Grundsatz, dass das Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern“ sich als Zuhause der hier lebenden alten Menschen versteht, gewinnt neben der angemessenen Gestaltung der Wohnsituation, die Gestaltung des „Haushaltes“ mit seinen komplexen Abläufen umfassend an Bedeutung.

Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern”Für das Wohlbefinden der Bewohner und ihre Zufriedenheit mit dem Umfeld spielen die Prozesse in der Hauswirtschaft im Rahmen der ganzheitlichen Pflege eine wesentliche Rolle.In der Einrichtung werden die Speisenversorgung, die Wäscheversorgung sowie Reinigungsleistungen hygienisch einwandfrei, qualitätsgerecht und unter Beachtung der geltenden gesetzlichen Vorschriften erbracht. Um diesen hohen Qualitätsansprüchen und der besonderen Bedeutung der Hauswirtschaft im Altenpflegebereich gerecht zu werden, wurde der Reinigungsdienst nicht an eine Fremdfirma vergeben. In der Küche des Hauses werden diese Qualitätsansprüche auch bei Fremdvergabe der Leistungen durch entsprechende Regelungen sichergestellt.

Die Bewohner erhalten die Möglichkeit, sich über die für sie wichtigen Punkte im Bereich Hausreinigung zu informieren. Dafür stehen der Hauswirtschaftsdienst und die Heimleitung als Ansprechpartner zur Verfügung.

Ergotherapie


Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern”Für ältere Menschen ist es besonders schwierig, zurückgegangene körperliche und geistige Fähigkeiten zu akzeptieren und damit umzugehen. Der alte Mensch fühlt sich häufig unzulänglich. Für ihn scheinen viele Fähigkeiten überhaupt nicht mehr da zu sein. Vorhandene und verborgene Fähigkeiten zu entdecken und für den Betroffenen nutzbar zu machen oder gegebenenfalls Strategien zu entwickeln, um mit krankheitsbedingten Einschränkungen umgehen und aktiv am Leben teilhaben zu können, dazu soll die Ergotherapie die Heimbewohner im Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern“ motivieren, anleiten und unterstützen. Eigenständig Aufgaben erledigen zu können, seien es alltägliche Abläufe wie z.B. das Waschen oder das Herstellen kleiner „Basteleien“, sind Erfolgserlebnisse und vermitteln gerade dem alten Menschen das Gefühl des „Wertvollseins“.

Pflege & Betreuung demenziell erkrankter Bewohner

Der Umzug in ein Heim erfolgt bei demenziell erkrankten Bewohnern meist nach Auftreten von persönlichen oder familiären Veränderungen oder Krisen. Das gewohnte Leben kann nicht länger fortgesetzt werden. Diese Aspekte wirken sich in unterschiedlicher Intensität auf das Selbstwertgefühl der Betroffenen aus. Die Ansatzpunkte der inhaltlichen Arbeit sind vielschichtig und abhängig von umfangreichen Kenntnissen über die soziale Situation der jeweiligen Bewohner.

Die Aufgabe aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses ist es, diese möglichen Beeinträchtigungen zu erkennen, Hilfestellung zu geben oder zu kompensieren. Dazu bedarf es auch einer Anpassung des Pflegeprozesses. Um auch die körperliche Pflege für Demenzerkrankte und Pflegende gleichermaßen stressarm zu gestalten, ist es wichtig, mit festen Bezugspersonen zu arbeiten. Verhaltensauffälligkeiten sind nicht selten die Folge von körperlichen Störungen, die der Betroffenen nicht mehr benennen kann. Nicht die krankheitsbedingten Defizite bestimmen den Blickwinkel des Pflegenden. Auch im Spätstadium einer Demenzerkrankung sind z.B. Gefühle und Empfindungen ansprechbar und weckbar. Das heißt, dass Pflege individuell zum Beispiel auch um basal stimulierende Angebote erweitert wird.

Der Einzug in das neue Heim


Nur selten wird der Umzug in ein Altenpflegeheim, wie ein Umzug von Wohnung zu Wohnung geplant. Viel häufiger werden die Gedanken an einen etwaigen Heimeinzug verdrängt und als letzter unwiderruflicher Schritt betrachtet. So sind meist ein akutes Ereignis oder Überlastung in der Familie der Anlass sich für die Aufnahme in ein Heim entscheiden zu müssen.

So kommt es leider oft dazu, dass sich die zukünftigen Bewohner ihren Heimplatz nicht mehr allein suchen können und Angehörige eine Entscheidung fällen müssen, die sie im besonderen Maße fordert. Hier ist es notwendig, schnell einen Gesprächstermin zu finden, bei dem in einer ruhigen Umgebung offene Fragen geklärt werden können. Es besteht in jedem Fall die Möglichkeit sich das Haus im Vorfeld anzusehen, erste Kontakte mit Bewohnern und Mitarbeitern zu knüpfen. Dabei ist es den Mitarbeitern wichtig, etwas von der Atmosphäre des Hauses zu vermitteln, den älteren Menschen Angst zu nehmen und die Angehörigen vom moralischen Druck zu befreien, denn gerade ihre Hilfe und Unterstützung ist auch nach dem Umzug in das Heim gefragt.

Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern”Der Umzug in ein Altenpflegeheim soll „nur“ ein Umzug sein. So kann jeder Bewohner eigene Möbel mitbringen und gemeinsam mit den Angehörigen das Zimmer nach eigenen Vorstellungen, bei Zweibettzimmern natürlich in Absprache mit der Mitbewohnerin oder dem Mitbewohner gestalten. Die eigene Zeitung, das Telefon, der Fernseher oder das Radio ermöglichen Außenkontakte, die auch bisher zum Leben der älteren Menschen gehörten. Das Altenpflegeheim soll das neue Zuhause sein.

Oft kann sich der zukünftige Bewohner die Einrichtung, vor allem aus gesundheitlichen Gründen, nicht im Vorfeld ansehen. Hier sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung bestrebt bei einem vorherigen Hausbesuch eine erste Vertrauensbasis herzustellen, den Bewohner und seine Lebensgeschichte näher kennen zu lernen.Kommt es zu einem Einzug in das Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern“, wird ein persönliches Gespräch zur Erläuterung des Heimvertrages, der Rechte und Pflichten des Bewohners, der Angehörigen und der Einrichtung geführt.

Soziale Betreuung & kulturelle Höhepunkte


Die Einrichtung bietet Beratung, Betreuung und Tagesgestaltung an. Schwerpunkte dabei sind:

  • Beschäftigungsangebote zur gemeinsamen Lebensgestaltung und Ressourcenförderung
  • Kulturelle Angebote, gemeinsames Begehen von Feierlichkeiten, insbesondere christlicher Feste
  • individuelle Unterstützung bei den Lebensaktivitäten und Erledigung von Behördenangelegenheiten
  • Unterstützung bei Konflikten und in Krisensituationen
  • Organisation von Begegnungen zwischen Jung und Alt durch die Zusammenarbeit mit der benachbarten Kindereinrichtung
  • Information über den Heimalltag

Die individuelle Festlegung von Maßnahmen zur sozialen Betreuung erfolgt in Form einer Sozialanamnese bzw. wird im Rahmen der Pflegeanamnese der psychosoziale Handlungsbedarf in die Pflegeplanung aufgenommen. Die Durchführung der Betreuung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen Pflegepersonal, Ergotherapie, Verwaltung und Heimleitung.

Die soziale Betreuung beginnt mit der Vorbereitung der Bewohner auf ihren Umzug, beinhaltet aber auch die psychosoziale Betreuung gerade in den ersten Tagen nach dem Einzug und mündet schließlich in der Begleitung im ganz normalen Alltag.

Altenpflegeheim „Johann Hinrich Wichern”Die kulturellen Angebote richten sich in erster Linie nach den Wünschen und Interessen der Bewohner. Besondere Berücksichtigung finden dabei regionale Besonderheiten und Traditionen. Feste werden im Jahreskreislauf gestaltet und gemeinsam mit den Bewohnern des Hauses vorbereitet.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Altenpflegeheimes „Johann Hinrich Wichern“ wollen den Bewohnern ein liebevolles und familiäres Zuhause schaffen. So wurden in den letzten sechs Jahren vor allem durch den engagierten Einsatz aller hier Beschäftigten, viele schöne Dinge geschaffen, die das Leben und die Arbeit im Haus bereichern. Ständig werden Visionen und Pläne geboren.

2004 konnten wir gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses eine Laube und ein Kräuterhochbeet im Garten des Hauses einweihen.